Laser Iridotomie (YAG Iridotomie)

Kategorien: Grüner Star - GlaukomPublished On: 13. September 2023Von 5,4 min read

Dr. med. Richard Nagy

Ärztlicher Leiter, Facharzt für Augenheilkunde

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Inhaltsverzeichnis

laser iridotomie

Was ist Laser Iridotomie (YAG-Iridotomie)?

Die Laser-Iridotomie, oft als YAG-Iridotomie bezeichnet, steht im Vordergrund innovativer augenmedizinischer Behandlungen, die modernste Lasertechnologie nutzen. Durch diese Operation wird ein winziges Loch in der Iris (Regenbogenhaut), dem farbigen, ringförmigen Teil des Auges, erstellt. Dies ermöglicht es, bestimmte Augenerkrankungen wirksam zu behandeln und deren Weiterentwicklung zu verhindern. Obwohl es auf den ersten Blick vielleicht einfach klingt, erfordert die Prozedur präzise Fähigkeiten und Kenntnisse über die Augenanatomie und -physiologie und kann nur durch einen Facharzt für Augenheilkunde durchgeführt werden.

Gründe für eine Laser Iridotomie

Engwinkelglaukom ist die primäre Erkrankung, die durch YAG-Iridotomie adressiert wird. Es handelt sich um eine ernste Augenerkrankung, bei der der Kammerwinkel (der Raum zwischen der Iris und der Hornhaut) verengt oder blockiert ist. In einem gesunden Auge ist der Abfluss des Kammerwassers durch diesen Winkel unblockiert, was für die Regulierung des inneren Augendrucks notwendig ist. Ein zu enger oder blockierter Kammerwinkel verhindert jedoch diesen Abfluss, was zu einem raschen Anstieg des Augeninnendrucks führen kann. Diese Form von Glaukom kann ohne Vorwarnung auftreten und ist häufig mit starken Schmerzen, plötzlichem Sehverlust und Übelkeit verbunden. Das Ziel der Laser-Iridotomie in der Regenbogenhaut besteht darin, eine direkte Verbindung zwischen der hinteren und vorderen Augenkammer herzustellen. Die Laser-Iridotomie wird somit als prophylaktische oder akute Massnahme durchgeführt, um solche potenziell katastrophalen Folgen zu vermeiden.

Weitere Indikationen für eine Laser-Iridotomie können z.B. extrem flach gebaute Augen sein, wie sie häufig bei Weitsichtigkeit oder Grauem Star vorkommen, sowie Verklebungen (Synechien) in oder an der Regenhaut, die durch Entzündungen im Auge verursacht wurden. Beide Zustände können unbehandelt zu einem Glaukomanfall, da sie den Augeninnendruck erhöhen. Ein Glaukom führt ohne Behandlung zur völligen Erblindung. Selbstverständlich kann eine Laser-Iridotomie auch bei vielen anderen Augenerkrankungen oder Beschwerden sinnvoll sein, die einen erhöhten Augeninnendruck verursachen und somit das Risiko eines Glaukomanfalls erhöhen. Auch die basale Iridektomie wird häufig zur Behandlung von erhöhtem Augendruck angewandt.

Moderne Verfahren wie die Laser-Iridotomie ermöglichen effektive Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankungen wie den Grünen Star. Obwohl bereits eingetretene Schäden am Sehnerv nicht rückgängig gemacht werden können, kann der Augenarzt den drohenden Verlust des Sehvermögens verhindern.

Wie es funktioniert

Die Schaffung eines kleinen Lochs in der Iris des betroffenen Auges ermöglicht es dem Kammerwasser, einen alternativen Weg vom hinteren zum vorderen Teil des Auges zu finden. Dies gleicht den Augeninnendruck aus und verringert das Risiko von Engwinkelglaukom-Komplikationen erheblich. Dieses kleine Loch, obwohl künstlich erstellt, hat keinen Einfluss auf die Sehfähigkeit und bleibt für die meisten Menschen nach der Operation unsichtbar.

Ablauf der Laser Iridotomie

  • Vorbereitung: Bevor der eigentliche Eingriff beginnt, werden dem Patienten zur örtlichen Betäubung Augentropfen verabreicht. Zudem können Medikamente verwendet werden, die die Pupille verengen. Dies erleichtert den Zugang zur Iris und bietet dem Arzt eine bessere Sicht.
  • Laseranwendung: Während des Eingriffs setzt der Arzt einen speziellen Kontaktlinsenapplikator (Kontaktglas) auf die Augenlinse, um es zu stabilisieren. Der YAG-Laser wird dann präzise eingesetzt, um das gewünschte Loch in der Linse zu erzeugen, wobei darauf geachtet wird, umliegende Strukturen nicht zu beschädigen.
  • Nachsorge: In der Zeit nach der Laser-Iridotomie sind regelmässige Nachuntersuchungen wichtig, um sicherzustellen, dass sich der Augeninnendruck normalisiert hat und keine Komplikationen aufgetreten sind. Patienten können vorübergehende Sehstörungen oder Lichtempfindlichkeit erleben.

Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen

Die YAG-Iridotomie ist ein im Allgemeinen sicherer Eingriff. Dennoch können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten:

  • Blutungen im Auge können auftreten, meist jedoch geringfügig und vorübergehend.
  • Ein plötzlicher Anstieg oder Abfall des inneren Augendrucks kann Komplikationen nach sich ziehen und erfordert möglicherweise eine sofortige ärztliche Behandlung.
  • Einige Patienten berichten von Blendung oder Lichtstrahlen im Sichtfeld.
  • Entzündungen oder Infektionen sind möglich, können aber durch Medikamente verhindert oder behandelt werden.

In seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass die Laser-Iridotomie eine Schädigung der Linse oder der Hornhaut verursacht, die möglicherweise ärztliche Behandlung erfordern. Diese Schädigungen führen jedoch in der Regel nicht zu einer Beeinträchtigung des Sehvermögens. In den meisten Fällen können sie relativ unkompliziert mit Salben und Augentropfen behandelt werden.

Nachsorge und Verhalten nach der Laser-Iridotomie

Nach einer Operation wie der Laser-Iridotomie ist es von entscheidender Bedeutung, entsprechende Nachsorgemassnahmen zu befolgen, um mögliche Beeinträchtigungen zu minimieren und eine optimale Heilung zu gewährleisten. Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung der zu beachtenden Aspekte:

Unmittelbare Nachsorge

  • Augeninnendruck-Kontrolle: Nach dem Eingriff wird oft eine Messung des Augeninnendrucks durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Druck innerhalb des akzeptablen Bereichs liegt.
  • Medikamentöse Behandlung: Dem Patienten können entzündungshemmende und/oder antibiotische Augentropfen verschrieben werden, um Entzündungen oder Infektionen vorzubeugen.
  • Ruhe: Es kann empfohlen werden, sich nach dem Eingriff auszuruhen, insbesondere wenn der Patient Schmerzen oder Beschwerden verspürt.

Verhalten in den ersten Tagen nach dem Eingriff

  • Lichtempfindlichkeit: Viele Patienten erleben eine erhöhte Lichtempfindlichkeit nach der Operation. Es ist ratsam, in den ersten Tagen eine Sonnenbrille zu tragen, um die Augen vor grellem Licht zu schützen.
  • Vermeiden von Augenbelastung: Aktivitäten, die die Augen belasten könnten, wie das Lesen über längere Zeiträume, das Anschauen von Bildschirmen oder das Arbeiten unter schlechten Lichtverhältnissen, sollten minimiert werden.
  • Körperliche Anstrengung: Schwere körperliche Betätigung und Sport, besonders Aktivitäten, bei denen das Risiko eines direkten Aufpralls auf das Auge besteht, sollten für mindestens eine Woche vermieden werden.
  • Wasserkontakt vermeiden: Das Eintauchen des Gesichts in Wasser, einschliesslich Schwimmen und Tauchen, sollte für einige Tage nach der Operation vermieden werden, um das Risiko einer Infektion zu verringern.

Langfristige Nachsorge

  • Regelmässige Kontrolluntersuchungen: Es ist wichtig, regelmässige Nachuntersuchungen beim Augenarzt zu vereinbaren, um den Heilungsprozess zu überwachen und sicherzustellen, dass keine Langzeitkomplikationen auftreten.
  • Beobachtung von Symptomen: Jede plötzliche Änderung des Sehvermögens, anhaltende Schmerzen oder Beschwerden, starke Rötung oder das Auftreten von Flüssigkeiten sollte sofort dem Augenarzt gemeldet werden.

Zusammenfassung

Die Laser-Iridotomie bietet eine revolutionäre Methode zur Behandlung und Vorbeugung des Engwinkelglaukoms, während der Patient örtlich betäubt ist. Durch den Einsatz modernster Lasertechnologie können Augenärzte den Augeninnendruck effektiv regulieren und potenziellen Sehverlust verhindern. Trotz ihrer Effektivität ist es jedoch unerlässlich, dass Patienten über alle Aspekte der Operation informiert werden, um fundierte Entscheidungen über ihre Augengesundheit zu treffen.

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